Die MTA Geschäftsführung von einer anderen Seite

Was passiert, wenn sich zwei Enddreißiger und Jugendfreunde, die im selben Konzern arbeiten, von der Geschäftsleitung nicht verstanden und gehört fühlen…? Richtig, sie gründen ihr eigenes Unternehmen!
So geschehen in Österreich im Jahr 2010:
Da kündigen der Verkaufsleiter von Österreich und der technische Leiter der Automation & Software bei einem der führenden deutschen Konzerne für Antriebstechnik und Automation.

Herr Feuerstein, was hat Sie und ihren Partner, Hr. Pankraz, veranlasst, eine viele Jahre dauernde Karriere in einem stetig wachsenden und erfolgreichen Konzern aufzugeben und ins kalte Wasser zu springen?

Herwig Feuerstein
Mein intensiver Einsatz an der Kundenfront bestärkte Dietmar (Hr. Pankraz) und mich immer mehr, dass die Tage der 400 V Technologie angezählt sind und die Zukunft den Kleinspannungsantrieben gehört, wie z.B. bei Motorrollen, was mittlerweile ja schon lange zum Industriestandard geworden ist.

Dietmar Pankraz
Genau, es war die für erfolgsverwöhnte Konzerne typische Arroganz, einen absehbaren Paradigmen Wechsel einfach nicht akzeptieren zu wollen. Man machte uns unmissverständlich klar, dass wir „in Ruhe“ unseren Job erledigen und „das Denken“ unserer F&E Abteilung im Headquarter überlassen sollen. Aber wahrscheinlich ist das bei Unternehmen mit mehr als 3.000 Mitarbeitern normal so, wenn auch dabei viel der „Corporate Intelligence“ verloren geht bzw. ungenutzt bleibt.

Wie darf man sich so eine, heute ja auf neudeutsch „Start up“ genannte, Gründung vorstellen?

Dietmar Pankraz (links) und Herwig Feuerstein (rechts)
Dietmar Pankraz (links) und Herwig Feuerstein (rechts)

Herwig Feuerstein
Blutig, eben wie die Amerikaner so launig „blood, sweat and tears“ sagen…
Eigentlich waren wir zu Beginn gerade von potentiellen Kunden in Österreich sehr enttäuscht, weil da meinte man eher lapidar, „wir sollen doch einmal loslegen und uns wieder melden, wenn wir in ein paar Jahren überhaupt noch im Geschäft sind“.

Dietmar Pankraz
Ja, es war alles andere als ermutigend, als wir da buchstäblich zu zweit in der Garage saßen und unsere Motoren selbst wickelten, um technisch herausragende Prototypen zu entwickeln. So mussten wir auch zu Beginn oft F&E mäßige Entwicklungsarbeiten leisten, ohne dafür auch angemessen bezahlt zu werden.
Und so war es Herwig, der kurzerhand beschloss, sich nicht mehr länger von mühsam zu überzeugenden potentiellen Kunden in Österreich ausbremsen zu lassen, sondern gleich die großen Fische in Deutschland anzugehen.

Herwig Feuerstein
Ja, das war dann schlussendlich auch unsere Lebensrettung, denn man ist in Deutschland etwas offener und risikofreudiger, wenn man echten Produktneuheiten gegenüber steht, die wirklichen Kundennutzen bringen.
Man kann etwas überspitzt sagen, dass es also schon ein Erfolg war, überhaupt die ersten beiden Jahre überlebt zu haben. Und wie bei jedem kommen da ja auch die persönlichen Lebensumstände zu tragen, wenn man die Verantwortung für seine Familie wahrnimmt und dann zu Hause argumentieren muss, warum man einen gut bezahlten Job in der Industrie hingeschmissen hat.

Uff… das klingt nicht gerade sehr ermutigend?

Dietmar Pankraz
Doch, wir sprühten ja nur so von Ideen, deren Zeit gekommen schien und nur darauf warteten, am Markt als echte Innovationen wahrgenommen zu werden!
Und wir waren – und sind es heute noch viel mehr – von unseren Neuentwicklungen überzeugt, die einen echten Kundennutzen bringen und die Konkurrenz teilweise alt aussehen lassen.
Das ist eine unbeschreiblich erfüllende Motivation!

Herwig Feuerstein
Und es ist wie beim Heranwachsen der eigenen Familie quasi noch eine zweite Familie dazu, wenn man wie wir, mittlerweile wirklich jeden Monat, neue Mitarbeiter an Bord holt und sieht, wie sich deine Firma immer mehr und mehr Reputation – und damit Wachstum – am Markt erkämpft.

Sie tragen nun ja das Wort Innovation in ihrem Firmennamen, bzw. den neuen Claim „Innovation is our drive“. Nun erzählen Sie doch bitte einmal von diesen Innovationen…

Herwig Feuerstein
Getriebelose Motorrollen und Trommelmotoren. Gab es bis 2010 nicht, und kriegt auch heute noch keiner unserer Mitbewerber technologisch so hin. Punkt.

Dietmar Pankraz
Dabei gibt es nichts Überzeugenderes als auf eine Komponente (das Getriebe, Anm,) zu verzichten, die hohem Verschleiß unterliegt, Lärm verursacht und offensichtlich - bei unserer Bauweise – nicht notwendig ist!

Herwig Feuerstein
Ich denke, am besten beschreibt es die Aussage eines Kunden, der erst vor kurzem einen unserer neuen Antriebe als alternativlos bezeichnete…
Ein schöneres Kompliment kann man nicht bekommen. Generell streben wir an, in Sachen Leistungsdichte und ergo Kompaktheit unsere Antriebe eine Position als „second to none“ am Markt zu erreichen.

Dietmar Pankraz
Und das geht wohl auch nur, wenn ich immer wieder draußen bei unseren Kunden vor deren Maschinen, Rollbändern und Schaltschränken buchstäblich Knie.
Böse Zungen behaupten ich „bete“ die Maschinen manchmal auch an. Ich persönlich glaube, dass jeder gute CTO (Chief Technical Officer) aus dem Elfenbeinturm raus muss, um wirklich von der Anwendung beim „lebenden“ Kunden vor Ort zu lernen.

Zum Schluss noch einmal eine Frage zu ihrem privaten Hintergrund:
Wie lange kennen Sie sich nun wirklich schon?

Herwig Feuerstein
Ganz einfach, wir wuchsen im selben Ort auf und hatten uns sprichwörtlich in der Sandkiste kennengelernt.

Dietmar Pankraz
Und darüber hinaus war es Herwig, der mich von meiner Tätigkeit als Universitätsassistent im Jahr 2005 zurück in den Konzern lockte, wo er im Vertrieb mittlerweile die Karriereleiter emporkletterte. Schließlich ist er „schuld“, dass wir dann 2010 die MTA gründeten. Er kann schon ziemlich überzeugend sein…

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